Das Gewicht der Erinnerung – die Last des Überlebens

Montag, 27.01. 2014, 20:00 Uhr

Ein Abend mit dem Autoren Gerrit Pohl.
Vor 75 Jahren, schockiert von den Gräueln der nationalsozialistischen „Reichskristallnacht“, beschließt das britische Parlament am 21. November 1938, deutschen und österreichischen Kindern jüdischer Familien die Einreise nach England zu gewähren. Durch diese großherzige Maßnahme gelangen vom 1. Dezember 1938 bis zum Kriegsbeginn 1939 über 10 000 Kinder unter dramatischen Umständen auf die rettenden britischen Ufer.
Diesen unschuldigen Kindern, wie sie sich heute noch nennen, ist der Abend gewidmet – eine interaktive Veranstaltung zu den Folgen von Migration: Zu Verlust, Angst und Verzweiflung, zu Verwirrung und Wut. Wie erleben Kinder die Entwurzelung aus gesichert geglaubtem Leben? Einen Teil der Antwort geben Briefe und Dokumente der Zeitzeugen, einen anderen erbringen die Stimmen, die Gerrit Pohl in seinem Lyrikband „Die Unzen der Zeit“ erklingen lässt, die Stimmen der Geretteten. Viele von ihnen leben heute noch, hochbetagt, und treffen sich regelmäßig in London und Los Angeles.
Alle Texte, die an diesem Abend zu Gehör kommen, sind außerordentlich emotional. Sie bewegen jeden, der selbst einmal Verluste erlitten hat.
Am 27.1.1945 befreite die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg die verbliebenen ca. 7.500 Gefangenen des weitgehend geräumten Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Das Datum dieses Ereignisses wird 1996 in mahnender Erinnerung als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus zum nationalen Gedenktag in der Bundesrepublik Deutschland erklärt und 2005 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust proklamiert.
Montag, 27.1. 20 Uhr Eintritt frei

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